DRK Wasserwacht Salzwedel

 
Die Geschichte

Vom Baden bis zum Schwimmen ist nur ein kleiner Schritt. Unsere Jugend sollte schon deshalb zum fleißigen Bade angehalten werden, damit sie das Schwimmen dabei lernen. Es ist eine schöne männliche Fertigkeit, die Stütze unserer Menschenfreundlichkeit in Rettung Verunglückter.

Was helfen uns alle Befehle, Ermunterungen und öffentliche Prämien, den Armen zu retten, den die Flut ergriffen hat, wenn wir unvermögend sind, es zu können, wenn wir, in dessen jener ertrinkt, am Ufer herum nach Hilfsmitteln in uns selbst zu finden."

Guts Muths "Gymnastik für die Jugend " Originalausgabe 1973

Bei einem historischen Rückblick zum Thema Wasserrettung denkt man unwillkürlich an Hochwasserkatastrophen und auch an die in der Vergangenheit so häufigen Schiffsbrüche an den Meeresküsten und an den nassen Tod der Seeleute. Im Mittelalter hat man das damals noch viel häufigere Geschehen als unabwendbares Schicksal hingenommen. Man weiß auch aus der Überlieferung, dass die Bergung wertvollen Strandgutes von der Küstenbevölkerung vielfach als wichtiger angesehen wurde als der Einsatz für fremde Menschen.

Das hat sich erst geändert, als sich humanitäres Denken in allen Ländern Europas immer stärker durchsetzte. Ebenso wie bei der Gründung des Roten Kreuzes, das Erlebnis des Elends nach der Schlacht von Solferino durch den geistigen Vater des Roten Kreuzes, Henry Dunant, den notwendigen Anstoß für das Entstehen einer Organisation gegeben hat, so veranlasste ein 27-jährigen deutschen Seemann zu öffentlichen Aufrufen, die einige Jahre später zur Gründung des "Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger" geführt haben. Heute unterhält diese Gesellschaft, die sich in erster Linie aus Spenden der Bevölkerung finanziert, an den Küsten der Nordsee und der Ostsee Rettungsstationen mit sehr modernen, ständig besetzten Seenotrettungskreuzern.

Es ist bemerkenswert, dass vor der Gründung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft e. V. am 19.Oktober 1913 gleichfalls ein Unglück vorausgegangen ist. In einem deutschen Ostseebad, in Binz auf Rügen, stürzte am 28. Juli 1912 eine Landbrücke ein. 17 Menschen mussten ertrinken, weil es an Rettungsschwimmern und an Rettungsgeräten fehlte.

Das Deutsche Rote Kreuz hat sich der Aufgabe der Wasserrettung erstmalig im Jahre 1908 zugewandt. Dabei dachte man zunächst in erster Linie an den Einsatz von Mitgliedern des Roten Kreuzes bei den häufig wiederkehrenden Hochwasserkatastrophen im Binnenland. Das mag auch einer der Gründe dafür sein, dass schon vor 1908 Einsatzgruppen für die Wasserrettung in Bayern entstanden waren und nicht an den Meeresküsten. Aus dem Bericht der Freiwilligen Sanitäts-Hauptkolonne des Bayerischen Landeshilfsvereines vom Roten Kreuz geht hervor, dass bei der Hochwasserkatastrophe am 7. Februar 1883 in Regensburg Rot-Kreuz-Männer im Einsatz waren. Am 21. August 1891 wurden im Maria-Ort, unweit von Regensburg, auf der Donau Sanitätsschiffe eingesetzt, um Schiffsbrüchigen Hilfe zu bringen. Bereits ein Jahr später wurde ein Donauschlepper zum ersten Lazarettschiff umgebaut und eingesetzt. Damals retteten Rot-Kreuz-Helfer bei einem Eis stoß großen Ausmaßes an der Donau, am Regen und an der Naab über 100 Familien aus den riesigen Überschwemmungsgebieten. 1896 wurde in Verbindung mit dem Roten Kreuz am Staffelsee, Ammersee, Chiemsee und Bodensee ein Wasserrettungsdienst eingerichtet. An den hochwassergefährdeten Flüssen Main, Saale, Isar, Lech und ... bildeten sich in der Folgezeit weitere Rot-Kreuz-Wasserrettungsgruppen. 1908 wurden in München "Vorkehrungen zur Rettung Ertrinkender an den Flussläufen und Seen" vom Sanitätskolonnenführer Freiherr Stromer von Reichenbach getroffen.

In Februar 1923 erließ das Bayerischer Rote Kreuz ein umfangreiche Dienstordnung für den Wasserrettungsdienst. Auch wurde ein eigenes Wasserrettungsabzeichen "der Rettungsring mit dem roten Kreuz", geschaffen, das für die Wasserwacht noch heute seine Gültigkeit hat. Den Männern von damals war der Wasserrettungsdienst eine Selbstverständlichkeit, wo immer er auch wahrgenommen wurde; entsprach er doch den Intentionen des Begründers des Deutschen Roten Kreuzes.

Aus der Erkenntnis der vergangenen Jahrzehnte wurde 1945 innerhalb des Bayerischen Rote Kreuz eine eigene Wasserrettungsgemeinschaft gegründet. Sie führte den Namen "Bayerisches Rotes Kreuz - Wasserwacht". Helferinnen und Helfer der Wasserwacht sind in besonderem Maße gefordert, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und den Sanitätsdienst an den Wasserrettungsstationen durchzuführen. Mit der Zunahmen von freizeit- und Erholungsmöglichkeiten stiegen auch die qualitativen und quantitativen Anforderungen an unsere Helferinnen und Helfer im Wasserrettungsdienst. Der Wasserrettungsdienst ist wichtiger Bestandteil in der Erstversorgung von Notfallpatienten und reit sich nahtlos in die Rettungskette des Deutschen Roten Kreuzes ein.

 

Das Deutsche Rote Kreuz mit der Abteilung Wasserrettungsdienst wurden am 03. August 1952 in Salzwedel gegründet. In den Jahren vor 1978 haben Herr Müller und Herr Furche die Ausbildung geleitet. Seit 1978 wurde jedes Jahr ein Lehrgang durchgeführt. Da das Rettungsschwimmerabzeichen nur zwei Jahre gültig ist, mussten Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen eine Weiterbildung absolvieren und neue Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen  wurden ausgebildet. Der Lehrgang fand entweder in Stendal oder in Schönebeck statt, da Salzwedel zu der Zeit noch keine Schwimmhalle hatte. Dies geschah unter der Leitung von Frau Gisela Kunze (seit 1990 Kreisleiter Wasserwacht Salzwedel). Die Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen wurden zum Dienst in den großen Ferien in der Volksbadeanstalt Salzwedel im zwei Schichtsystem (Frühschicht 2 Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen und Spätschicht 2 Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen) eingesetzt. Viele Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen haben auch Dienst in Ferienlagern und an der Ostsee versehen. Gleichzeitig wurden noch Veranstaltungen mit abgesichert. Mit der Wende 1990 kamen einige Veränderungen, wie die Umbenennung des  Verein in DRK- Kreisverband Salzwedel e. V., Abteilung Wasserwacht. Die Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen wurden immer weniger in Salzwedel eingesetzt, da man von Seiten der Stadt keine bedarf mehr sah und um kosten zu senken. Die Wasserwacht Salzwedel sah sich nach einer Alternative um und konnte ein paar Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen in umliegenden Bädern unterbringen (Diesdorf, Dähre und Brunau/ Packebusch).  Aber ist wurde auch immer weniger. Und mit der Absicherung von Veranstaltungen wurde es auch weniger. 1998 begann die Wasserwacht Salzwedel sich dann auf Wettkämpfe im Langsteckenschwimmen und im Rettungsschwimmen unter der Leitung von Ulf Sachse (stellvert.  Kreisleiter Wasserwacht Salzwedel) zu konzentrieren. Darunter sind Schwimmen wie das Sundschwimmen ( Altefähr/ Rügen zum Strandbad Stralsund) mit einer Strecke von  2315m geschwommen werden muss, oder der Sachsen- Anhalt- Cup mit Schwimmen auf den Muldestausee, Barleber See, Süßen See und Arendsee über eine Strecke von 2,5km. Weiterhin Fahren sie auch an den Hohenwarte Stausee (Thüringen) zum Blauen Band Schwimmen, wo die besten Ergebnisse erzielt worden. Bei den Rettungsschwimmwettbewerben in Magdeburg (MD RS Cup), Oschersleben (OC- Cup) und Gera (Gera- Cup) nahm jeweils eine Mannschaft der Wasserwacht Salzwedel teil. Zu den Ergebnissen können Sie sich unter dem Link Wettkampfergebnisse informieren.

 

1883 1923 1945

WRD = Wasserrettungs-dienst der DDR    1949 - 1990

1959 1990 seit 2006

 

Aufgaben und Ziele der Wasserwacht

 

Ihre Hauptsache ist die Bekämpfung des Ertrinkungstodes und die Durchführung der damit verbundenen Maßnahmen. Weiter Aufgaben der Wasserwacht des Roten Kreuzes :

 

1..          Durchführung des Wasserrettungsdienstes

 

2..          Aus- und Fortbildung von Rettungsschwimmern sowie die Verbreitung de Kenntnisse und Fähigkeiten des Schwimmens und Rettungsschwimmens in der Bevölkerung, insbesondere der Jugend, in den schulen und Verbänden

 

3..          Mitwirkung in den Katastrophenschutzeinheiten des Bayerischen Roten Kreuzes

 

4..          Heranführung der Jugend an das Gedankengut des Roten Kreuzes

 

5..          Verbreitung der Kenntnisse über die Genfer Rotkreuzabkommen

 

6..          Werbung für die Ziele des Roten Kreuzes und Mitwirkung bei der Mittelbeschaffung

 

7..          Mitwirkung beim Natur-, insbesondere beim Gewässerschutz

 

8..          Bergung von Gütern, von denen eine Gefährdung für Menschen oder die Umwelt ausgehen kann

 

9..          Durchführung von Aufgaben, die der Wasserwacht von staatlichen oder kommunalen Behörden, Polizei oder Staatsanwaltschaft übertragen werden

 

10..      Suche und Bergung von ertrunkenen

 

Zur Erfüllung der Aufgaben bildet die Wasserwacht in folgenden Ausbildungsbereichen aus:

 

Schwimmen
Rettungsschwimmer
Natur- und Gewässerschutz
Rettungstauchen
Motorbootführer